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März 2017

Cogny - Oeuilly - Aube

ULYSSE COLLIN

Bereits seit über 200 Jahren bauen die Collins in Cogny Wein an. Lange Zeit wurden die Trauben an Häuser wie Pommery verkauft. Olivier Collin, der heutige Besitzer, begann seine Ausbildung bei keinem Geringeren als Jaques Selosse mit Anselm Selosse als persönlichen Lehrmeister. Olivier wurde dort durch eine Weinbaumethode geprägt, die den Wert des Terroirs und den 100%igen Ausbau in Eichenfässern sehr hoch schätzte. 
Seit 2003 erarbeitet er wieder aus einem Teil seiner Rebfläche eine eigene Cuvée. 2004 entstand dann der erste Wein aus der von Kalk & Kreide-geprägten Lage Les Pierrieres
Ab 2006 wird der Blanc de Noirs Les Maillons vinifiziert. Der Blanc de Blancs Extra Brut Les Roises wird aus einer alten Chardonnay-Anlage in Cogny produziert, die an Court-noué leidet. Dabei handelt es sich um eine Rebkrankheit, die deutlich kleinere, etwas gekräuselte Blätter bewirkt.

Heute zählen seine Champagner zu den Feinsten der Region - sein Name wird in einem Atemzug mit Selosse oder Krug genannt.

TARLANT

...das Handwerk der Finesse.
Bei den Tarlants ist Champagner eine Familienangelegenheit. Seit 1780 sind sie Winzer in Oeuilly. Das besondere Verhältnis zu den Weinbergen drücken Jean-Mary Tarlant und sein Sohn Benoît (die zwölfte Generation!) dadurch aus, dass sie auf den Einsatz von Chemie verzichten: „Unser Ansatz ist überlegt und nachhaltig und fördert die natürliche Vielfalt sowie die Mikroorganismen im Boden.“ Bei der Tarlant Reserve Brut kommt die ganze Erfahrung der Familie ins Spiel, denn es handelt sich um eine Assemblage aus einem Basisjahrgang und drei älteren Reservejahrgängen aus den Rebsorten Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir. Dabei sorgt Chardonnay für Frische und Länge, Pinot Meunier für Frucht und Rundheit und Pinot Noir für Körper und Struktur. Weiter Besonderheiten sind die Düngung mit selbstproduzierten Kräuteressenzen und der Verzicht auf Dossage wo irgend möglich.

RUPPERT-LEROY

Biodynamischer Newcomer-Winzer von der Aube mit extrem charakterstarken, eigenwilligen aber auch in jungen Jahren bereits sehr gut trinkbaren Champagnern. Spontane Vergärung, Ausbau in Stahl und Holz. Die malolaktische Vergärung wird nicht unterbunden; Abfüllen ohne Schönung und Filtration.
Das hat uns schwer beeindruckt! Da leben zwei wirklich ihren Traum und zwar völlig kompromisslos. Die ehemaligen Englischlehrer Bénédictine Ruppert und Emmanuel Leroy haben sich auf dem Grundstück ihrer Eltern ein Holzhaus gebaut in dem sie mit ihren drei Kindern und einem Rudel Hunde leben. Eine echte Blockhütte! Auf dem riesigen Gelände stehen außerdem Ställe mit Pferden, Kühen, Schweinen, Hühnern und und und.
Hier wird der gesamte biodynamische Prozess gelebt. man macht das Heu, den Dünger, bewirtschaftet mit Pferden etc. Das ist unglaublich viel Arbeit! Beide wirken aber extrem zufrieden und enorm gesund - das macht wohl die viele körperliche Betätigung im Freien. Seit 2014 ist der Betrieb Demeter-zertifiziert.

Der Unterschied zu den Weinbergen in der direkten Nachbarschaft ist extrem: Bei Ruppert-Leroy kann man viele Wildkräuter direkt vom Boden essen, es duftet und summt. Im Weingarten gegenüber ist alles tot und braun, kein grüner Halm ragt aus dem Boden - der wirkt wie zubetoniert! Sicher wird beim Spritzen auch etwas herüber wehen, das lässt sich nicht vermeiden, jedoch liegt der enorme Unterschied eben im Boden. Das sieht man den Reben an - sie leben in einem lebendigen Umfeld in einem gesunden Boden, ziehen sich die besseren und natürlichen Nährstoffe - daraus muss ein besserer Champagner entstehen! 

Text & Bilder: Michael Pech

 

 

 

 

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