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Piemont - Cote d'Or - Loire


Alle Jahre wieder zieht es uns in die Ferne, um alte Bekannte zu besuchen und neue Trends möglichst schon im Keim zu erspüren. Zu lange ist es her, dass wir der mit Sicherheit leidenschaftlichsten aller Rotweintrauben unseren letzten Besuch abgestattet haben.
Na, wovon schwärme ich nur...?
Von Nebbiolo und dem einzigartigen Piemont natürlich!

Seit Philipp und ich vor mittlerweile schon acht Jahren eine Lese in Monforte d'Alba begleiten durften, sind wir hoffnungslos verliebt in diese Region, die Leute und die Weine. Diesmal galt es, einen Winzer zu finden, der im traditionellen Stil arbeitet, dessen Weine aber nicht schon astronomische Preisebenen erklommen haben. Wahrlich nicht einfach. Nachdem bei den Bewertungen der letzten Jahrzehnte fast ausschließlich die Modernisti die Nase vorn hatten, folgten die meisten Winzer der modernen Weinbereitung.

Aber mit Giovanni Rosso, einem alteingesessenen Familienbetrieb aus Serralunga, gelingt uns ein wahrer Glücksgriff. Hier in der neuen Cantina wird blitzsauber mit Zement-Tanks gearbeitet und ausschließlich im großen Eichenfass (50 hl.) ausgebaut. Die Weine sind durch die Bank hochelegant, voller Frische mit saftigem Kern und ungeheuer feinem Gerbstoff ausgestattet. Der Barolo aus der Lage Cerretta 2013 ist für uns der absolute Sprenger! 

Auch die Weine unserer Freunde Conterno Fantino sind wie gewohnt am Punkt und spiegeln wunderschön Lagencharakter und Jahrgangstypizität im Glas wieder. Nach einigen netten Stunden in Roero & Langhe geht es für uns weiter durch den Frejus nach Beaune.

Zwei absolute Spitzenwinzer gewähren uns „Audienz“ - Arnaud Ente aus Meursault, der im Moment wahrscheinlich gehypteste Weinbauer der Burgund und sein jüngerer Bruder Benoit Ente aus Puligny-Montrachet - für uns zumindest ebenbürtig (nicht weitersagen). Die Weine beider Brüder sind in der Verkostung brilliant. Der Stil von Arnaud wird mit jedem Jahrgang feiner und schlanker. Trotzdem bringt die markante Herkunft noch immer genug Power mit & es ist mehr neues Holz im Spiel als beim Bruder.
Benoit hingegen stellt mehr und mehr die unterschiedlichen Lagen in den Vordergrund mit einer Präzision, die ihresgleichen sucht! Seine Weine entsprechen zu 100% dem „Schæffer's-Beuteschema“ - soviel steht fest. 

Bei unseren Freunden JanotsBos ist der Fasskeller aufgrund des ertragreichen 17er Jahres erfreulich voll. Ganz wichtig nach den Entbehrungen von 2016 - da gibt es nicht eine Flasche Meursault! Wir kosten die vorhandenen 2016er, die in wenigen Wochen gefüllt werden. Die Qualität der geringen Mengen ist hoch - der Jahrgang ist stilistisch zwischen dem kühlen 14er und dem warmen 2015 angesiedelt. Es folgt noch ein kurzen Besuch bei Altmeister Michel Lafarge in Volnay - im tiefen, finsteren Keller sind die Weine durchwegs hochelegant und souverän - aber das ist kein Geheimnis - Herr Lafarge hat keinerlei Absatz-Schwirigkeiten...

Ein grandioser Zwischenstop in Montlouis kostete uns etwas mehr Zeit als erwartet...
Manuela, die bezaubernde Frau von unserem Helden der Loire François Chidaine, hatte nämlich ein ebenso überraschendes wie exquisites Lunch für uns im Rohr. Es gab Ente und dazu eine Flasche Clos Rougard Les Poyeux 1990 - ...der Wahnsinn! 
Die 17er kosteten wir aus dem Fass - glücklicherweise verschonte der Spätfrost die Weingärten von François. Die Weine sind saftig und frisch mit gewohnt-hoher Qualität und guter Lagentypizität.

Das Finale der Tour bestritten wir, wie schon im vergangenen Jahr, in Angers.
Nach einer seltenen und lehrreichen Tour mit Nicolas Joly durch seinen Coulée de Serrant, folgten mehrere Besuche kleiner Winzer im Anjou. Von ihnen beeindruckte uns Thibaud Boudignon und seine Weine am meisten. Das Weingut liegt unweit von Joly - er bewirtschaftet Rebflächen im Anjou und in Savennieres. Der neuer Keller ist modern und funktionell - die Weine haben eine enorme Spannung und Energie. Da bleiben wir auf jeden Fall dran! - wir wollen ihn unbedingt für Österreich haben.
Auch Clement Baraut und Emmanuel Ogereau haben einen guten Stil und einige sehr feine Weine - wir werden sie weiter beobachten.

Abschließend bleibt nach 4000 Kilometern & 600 verkosteten Weinen zu sagen - unsere Tour zahlt sich einfach immer wieder aus!

Text & Bilder: Richard Kinzelmann

 

 

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